Gespaltene Kugel oder auch *Feuerball*


Das grösste und wohl aufwändigste Projekt meiner keramischen Laufbahn!

Das war mit Sicherheit der *Feuerball*!


Ich hatte die fixe Idee etwas Überdurchschnittliches zu machen, mich auf eine grosse Herausforderung einzulassen.


Ich wollte eine grosse Plastik im Beisein von Publikum aufbauen und auch bei Steinzeugtemperatur, also mit 1'280 Grad brennen.

Zu dieser Zeit hatte ich schon kleinere von mir *gespaltene Kugeln* mit maximal 40 cm Durchmesser aufgebaut. Die hatten etwa ein Gewicht von 40 kg.


Gespaltene Kugel Durchmesser ca 30 cm 1280 gebrannt

Ich wollte allerdings höher hinaus, etwas Spektakuläres musste es sein! Ich wollte an, oder noch besser über meine Grenzen gehen.

Meine Idee bestand darin, eine Kugel im Freien herzustellen. In einem Skulpturenpark (da waren schon einige meiner Skulpturen aufgestellt), fand ich einen geeigneten Platz. Die Betreiber des Parks begrüssten mein Vorhaben mit Begeisterung. Was wollte ich mehr!

Die Parkbesucher sollten mich beim Aufbau beobachten können und auch die Gelegenheit haben, mir Fragen zu stellen.

Als Höhepunkt wollte ich die Kugel bei einem Event öffentlich brennen.

Meine Vorstellung war, den Ofen mit dem weiss-glühenden Objekt bei Dunkelheit

zu öffnen. Diese Kugel sollte in der finsteren Nacht glühen und erstrahlen.

So meine Idee!


Wie konnte ich so Etwas bewerkstelligen - das war natürlich die Frage und Unbekannte.


Gespaltene Kugel Durchmesser ca. 35 cm 1280 Grad gebrannt

Die Kugel sollte

mindestens einen Durchmesser von 150 cm haben, möglichst noch grösser. Wie ich schon erwähnte, auch mit hoherTemperaturen gebrannt werden. Mir war bis dahin niemand bekannt, der eine so grosse Skulptur, bei so hohen Temperaturen, im Freien gebrannt hatte. Niemanden konnte ich um Rat fragen.

Ich hatte natürlich berechtigte Bedenken, mich auf Anhieb an ein solch grosses Objekt zu wagen.


Deshalb entschloss ich mich, zuerst ein Vorprodukt zu machen. So hatte ich die Gelegenheit, den Aufbau zu erproben und zu optimieren. Ich konnte so feststellen wo die Schwachpunkte lagen und was ich verbessern konnte.


Gespaltene Kugel Durchmesser: 100 cm; Gewicht: 450 kg; auf dem Ateliertisch aufgebaut, vor der Oberflächenbehandlung und dem Brand

Aufbau

Das Vorprojekt

Der Plan war, vorab eine Kugel mit 100 cm Durchmesser aufzubauen und dann in einem eigens dafür gebauten Ofen, auf dem Vorplatz meines Ateliers zu brennen.

Wiederum stellte sich mir die Frage des Vorgehens? Welche Probleme würden auf mich zukommen? Wie könnte ich sie überwinden?


Blick von oben auf die hohl aufgebaute Kugel.

Auch der Brennprozess war eine Herausforderung

bei dieser doch schon ansehnlichen Grösse des Objekts. Ein Ofen mit mindestens 1'000 Liter Inhalt war nötig. Um diese hohe Temperatur zu erreichen, war ein einfacher Ofen mit aufsteigender Flamme ungenügend. Diese hohe Temperatur und eine möglichst gleichmässige Temperatur-Verteilung in einem solchen Ofen erschien mir eher als unwahrscheinlich. Ich konstruierte und baute einen Ofen, mit aufsteigender, überschlagender und unterzügiger Flammenführung. Da war eine ausgeglichene Temperaturverteilung im Ofen und vor allem die angestrebte Temperatur von 1'280 Grad eher machbar.


Über diese Ofenkonstruktion werde ich in meinem nächsten Blog-Beitrag ausführlich und im Detail berichten und den Unterschied der beiden Ofensysteme erklären.



Aufbau Aussenwand mit Rohren und Zentrum Rundholz mit drehbarer Schablone

Also, wie beginnen?


Zuerst, wie sollte und könnte ich eine so grosse Kugel präzise und rund aufbauen? Auch hier wieder, so dachte ich, ist das nur mit Schablone zu bewältigen. Aber welche

Art Schablone


könnte ich verwenden? Ich war wieder einmal mehr, gefordert.



Hier ist die Schablone sehr gut zu sehen.


Dazu gab es verschiedene Ideen. Ich könnte einen Kontrollkreis auf der Auflagefläche aufzeichnen und mit einer Schablone, die einen Halbkreis darstellt, die Aussenkontur aufbauen. Es wäre möglich, die Aussenkontur mit dieser Schablone, in regelmässigen Abständen zu kontrollieren und auch zu korrigieren.

Die erste Methode habe ich verworfen.








Diese Möglichkeit war mir aber dann doch zu unsicher und mit Fehlerquellen behaftet.






Ich wählte meine zweite Idee:

Mit Hilfe einer zirkelähnlichen Schablone konnte ich die Kugel präziese aufbauen

die einem Zirkel ähnliche Schablone, vom Zentrum der Kugel aus, die Kontur der Kugel zu

kontrollieren. Ich baute eine Solche. Damit war es möglich, jeden Punkt, dem Aufbau folgend, genau herzustellen und zu kontrollieren.


Im nächsten Blog-Beitrag werdet ihr über die

Oberflächengestaltung, beziehungsweise Behandlung mit Oxiden Porzellan und Engoben erfahren. Auch werde ich ausführlich über die Ofenkonstruktion und den Ofenbau berichten.




Ich hoffe es bleibt für euch spannend!


Ich freue mich über jeden Beitrag in den Kommentaren, die ihr bitte unten schreiben mögt. Herzlichen Dank dafür! Auch habt ihr die Gelegenheit mir per Mail Fragen zu stellen.

431 Ansichten2 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen